Technische Regelwerke

Technische Regelwerke als Grundlage für das EAC-Zertifikat

Die technischen Regelwerke der EAWU bilden einerseits die Grundlage für das EAC-Zertifikat und einen legalen Export in die Mitgliedsländer der EAWU. Andererseits geht mit den Regeln und Anforderungen eine Herausforderung für den deutschen Export einher. Schließlich stellt sich die Frage, welche Regelung in welchem Fall Anwendung findet.

Welche Länder bilden die EAWU

Die Eurasische Wirtschaftsunion wurde im Jahr 2015 gegründet und besteht momentan aus fünf Ländern: Armenien, Belarus, Kasachstan, Kirgisistan und Russland. Diese bilden einen gemeinsamen Binnenmarkt mit folgenden Zielen:
Logo der EAWU
Logo der EAWU
  • Stabile Wirtschaftsbedingungen für die Weiterentwicklung der Mitgliedsländer
  • Gemeinsamer Markt für den Güter- Kapital- Arbeits- und Dienstleistungsverkehr im Rahmen der Union
  • Modernisierung und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit

Was ist die EAWU- Zollunion

Im Jahr 2010 bekräftigten Russland, Kasachstan und Belarus ihre Wirtschaftsbeziehungen mit der Gründung einer Zollunion. Vier Jahre später kam Armenien und im Jahr 2015 Kirgisistan hinzu. Die gemeinsame Zollunion ist eine Freihandelszone, in der sich die technischen Normen und Standards sehr ähneln beziehungsweise im Rahmen der EAC-Zertifizierung identisch sind. Auch haben die fünf Mitgliedsländer einen gemeinsamen Zollkodex und einheitliche Zolltarife.

Wer erarbeitet und verabschiedet die technischen Regelwerke (TR)

Für die Erarbeitung und Verabschiedung der Technischen Regelwerke der Zollunion ist die Eurasische Wirtschaftskommission (EAWK) mit Sitz in Moskau zuständig. Die TR sind mit den Richtlinien der EU vergleichbar und gelten in allen Ländern der EAWU. Treten neue Technische Regelwerke in Kraft, so ersetzen sie die bisher vorhandenen Verordnungen und Zertifikate auf der nationalen Ebene. Die EAWK beschäftigt sich zudem mit folgenden Angelegenheiten:
  • Staatliche Ausschreibungen
  • Wettbewerbs-Regeln
  • Technische Regulierungen
  • Handelsabkommen mit Drittstaaten
  • Kartellgesetzgebungen
  • Statistiken
  • tarifliche und nicht tarifliche Zollregelungen
  • Finanzmärkte (Bank- und Versicherungswesen, Wertpapier- und Währungsmärkte)
  • makroökonomische Politik
  • Industrie- und Landwirtschaftspolitik
  • Arbeitsmigration
  • Währungspolitik
  • natürliche Monopole

Technische Reglements (Technische Regelwerke)

Technische Reglements sind Dokumente, welche durch die EAWK verabschiedet werden und obligatorische technische Anforderungen an die Erzeugnisse, welche innerhalb der EAWU vertrieben werden, festlegen. Dazu gehören beispielsweise die Mindestanforderungen an die Sicherheit einzelner Produkte. Die nationalen Technischen Reglements der einzelnen EAWU-Länder gelten nur bis zu dem Zeitpunkt, an dem die gemeinsamen TR in Kraft treten.

Aktuell hat die Eurasische Wirtschaftsunion 48 Technische Regelwerke verabschiedet, 42 davon finden aktuell Anwendung. Mit der Bezeichnung „TR ZU“ wurden die älteren Regelwerke der Zollunion bezeichnet, welche sich damals aus Russland, Kasachstan und Belarus bildete. Die Festlegungen haben ihre Bezeichnung (TR ZU) beibehalten. Seit der Gründung der Eurasischen Wirtschaftsunion enthalten die Bezeichnungen der technischen Regelwerke das Kürzel „TR EAWU“.

Für jene Erzeugnisse, für welche noch keine Technischen Reglements erarbeitet wurden, gelten die bisherigen nationalen Vorschriften. Somit werden bei Produkten, die keinem einheitlichen EAWU Regelwerk unterliegen, gegebenenfalls separate Zertifikate mit nationaler Reichweite benötigt.

Welche Bedeutung haben die Technischen Reglements (TR)

Möchte ein deutsches Unternehmen nach Russland oder Kasachstan seine Landmaschinen, Pharmaerzeugnisse oder Industrieanlagen liefern, so stellt sich die Frage nach den Zulassungs- und Zertifizierungsverfahren. Alles, was aus Deutschland importiert wird, bedarf in den EAWU-Staaten einer Zertifizierung, Deklarierung oder Registrierung. In diesem Fall sind die Kenntnisse der einzelnen, für bestimmte Erzeugnisse relevanten technischen Reglements enorm wichtig. Alle Sicherheitsnormen sowie die Zulassungseinzelheiten sind in diesen festgeschrieben. Aus diesem Grund erweist es sich als wichtig, diesen Teil der Arbeit an Spezialisten im Übersetzungsbereich outzusourcen, um mögliche Übersetzungsfehler zu vermeiden. Werden die Bedingungen und Anforderungen des jeweiligen Regelwerkes erfüllt, so dürfen beziehungsweise müssen die betroffenen Produkte mit dem EAC-Siegel versehen werden. Nur mit dieser Kennzeichnung ist ein Export in die Länder der EAWU rechtskonform.

Europäische Zertifikate werden in den EAWU-Ländern nicht anerkannt. Um die notwendigen Zertifizierungen zu erhalten, sollte für das Zertifizierungsprozedere circa ein halbes Jahr eingeplant werden. Die tatsächlich erforderliche Zeit hängt vom Einzelfall sowie vom zertifizierungspflichtigen Produkt ab. Um Fehler und Verzögerungen im Zertifizierungsprozess zu vermeiden, sollte unbedingt auf Genauigkeit bei den Übersetzungen der technischen Unterlagen und Verträge geachtet werden. Hierbei empfiehlt es sich, einen zuverlässigen Partner an Bord zu holen, welcher für Sie diese spezielle Arbeit erledigt.

Fazit

Mit Elan und vorausschauender Planung können deutsche Unternehmen den EAWU-Markt erschließen. Das große Marktvolumen sowie der Ressourcenreichtum Russlands und der anderen Mitgliedstaaten prägen diesen chancenreichen Markt. So sind, in Anbetracht der Möglichkeiten, die Herausforderungen der geltenden technischen Regelwerke überschaubar.

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